Maklerprovision berechnen: So geht es richtig
Rechtsstand: Oktober 2026 (Österreich)
Grundsätzlich ist die Höhe der Provision frei vereinbar. Ist über die Provisionshöhe nichts vereinbart, so gebührt der Makler:in eine ortsübliche Provision beim Maklerprovision berechnen. Lässt sich eine solche ortsübliche Provision nicht feststellen, steht eine angemessene Provision zu (§ 8 Abs 1 MaklerG).
Grenzen beim Maklerprovision berechnen
Zu beachten ist, dass das Standesrecht der Provisionshöhe Grenzen setzt. Diese Grenzen werden in der „Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten über Standes- und Ausübungsregeln für Immobilienmakler“ geregelt:
Kauf und Tauschgeschäfte
Berechnungsgrundlage ist der vereinbarte Kaufpreis zuzüglich der sonstigen geldwerten Verpflichtungen der Käufer:in . Darunter fallen häufig Hypotheken, die von der Käufer:in übernommen werden.
Mietverträge über Wohnungen und Einfamilienhäuser
Berechnungsgrundlage ist der Bruttomietzins1).
Wichtig (Bestellerprinzip): Mit Wohnungssuchenden kann eine Provision nur vereinbart werden, wenn sie die Makler:in als erste Auftraggeber:innen mit der Vermittlung beauftragt haben und kein Ausschlussgrund nach § 17a Abs 3 MaklerG vorliegt (§ 17a Abs 2 und 3 MaklerG). Hat die Vermieter:in die Makler:in als erste Auftraggeber:in beauftragt, kann eine Provision nur mit ihr vereinbart werden (§ 17a Abs 1 MaklerG).
Vermittlung von Geschäftsräumen
Berechnungsgrundlage ist der Bruttomietzins1).
1) Die Bemessungsgrundlage „Bruttomietzins“ ist die Summe aus:
- Hauptmietzins,
- Anteil an Betriebskosten,
- Anteil an laufenden öffentlichen Abgaben,
- Anteil an allfälligen besonderen Aufwendungen,
- Entgelt für mietvermietete Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände.
Die zu entrichtende Umsatzsteuer ist nicht in die Bemessungsgrundlage einzurechnen (§ 24 Abs 1 ImmMV). Bei Wohnungen mit gesetzlich beschränkter Mietzinshöhe sind auch die Heizkosten nicht in den Bruttomietzins einzurechnen (§ 24 Abs 2 ImmMV).
Tipp für Makler:innen:
Fehler bei Berechnungsgrundlage oder Höchstbeträgen sind ein häufiger Anlass für Provisionsstreitigkeiten und Rückforderungen. Die Kanzlei am Kai prüft Provisionsvereinbarungen und -abrechnungen und vertritt Makler:innen, wenn die Höhe der Provision strittig wird.
→ Kontakt zur Kanzlei am Kai