Bürgschaft Mietvertrag

Rechtsstand: Oktober 2026 (Österreich)

Eine Bürgschaft in einem Mietvertrag ist eine Vereinbarung, bei der eine dritte Person, oft als „Bürg:in “ oder „Bürgschaftgeber:in “ bezeichnet, sich verpflichtet, die finanziellen Verpflichtungen der Mieter:in zu übernehmen, falls diese ihren Mietzahlungen oder anderen Verpflichtungen aus dem Mietvertrag nicht nachkommt. Die Bürgschaft dient als Sicherheit für die Vermieter:in und bietet ihr eine zusätzliche Möglichkeit, sicherzustellen, dass die Mietzahlungen und andere Verpflichtungen erfüllt werden, selbst wenn die Hauptmieter:in nicht in der Lage ist, diese zu erfüllen.

Die Bürg:in ist eine dritte Person, die bereit ist, für die Verbindlichkeiten der Hauptmieter:in einzustehen. Kommt die Mieter:in ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nach, kann die Vermieter:in die Bürg:in – je nach Ausgestaltung der Bürgschaft – zur Zahlung heranziehen.

Die Verpflichtungserklärung der Bürg:in bedarf zu ihrer Rechtswirksamkeit zwingend der Schriftform, muss also eigenhändig unterfertigt werden (§ 1346 Abs 2 ABGB). Dabei erklärt die Bürg:in ausdrücklich, dass sie für die finanziellen Verpflichtungen (besicherte Schuld) der Mieter:in (Hauptschuldner:in) haftet. Dabei ist es nicht notwendig, dass die besicherte Schuld ziffernmäßig ausgewiesen ist, sondern genügt es, wenn diese deutlich erkennbar ist und die wesentlichen Merkmale der übernommenen Haftung hervorkommen.
Die Haftung der Bürg:in kann in der Bürgschaftsvereinbarung begrenzt sein. Zum Beispiel könnte festgelegt werden, dass die Bürg:in nur für einen bestimmten Betrag oder einen bestimmten Zeitraum haftet. Die wichtigsten Bürgschaften sind:

ArtenErklärung
Gemeiner/gewöhnlicher Bürg:in Hier bedarf es grundsätzlich einer Mahnung der Hauptschuldner:in . Erst nach Ablauf einer angemessenen Frist kann die Bürg:in in Anspruch genommen werden.
Bürg:in und Zahler:inDie Bürg:in kann sofort (ohne vorherige Mahnung) in Anspruch genommen werden.
Ausfallsbürg:in Die Bürg:in kann erst nach erfolgloser bzw. teilweise erfolgloser Exekution gegen die Hauptschuldner:in belangt werden.
Nachbürg:in Die Nachbürg:in verbürgt sich für die Bürg:in. Leistet weder die Hauptschuldner:in noch die Bürg:in, kann die Nachbürg:in in Anspruch genommen werden.

Im Zweifel ist bei einer von der Vermieter:in vorformulierten Bürgschaftserklärung davon auszugehen, dass sich die Bürg:in die geringere Last auferlegen wollte. Ist die Bürg:in Verbraucher:in und die Vermieter:in Unternehmer:in, muss die Vermieter:in die Bürg:in über die wirtschaftliche Lage der Mieter:in informieren, wenn sie erkennt oder erkennen muss, dass die Mieter:in ihre Verbindlichkeit voraussichtlich nicht oder nicht vollständig erfüllen wird. Unterlässt sie diese Information, haftet die Bürg:in nur, wenn sie die Bürgschaft auch bei entsprechender Information übernommen hätte (§ 25c KSchG).

Die Bürgschaft endet normalerweise, wenn der Mietvertrag ordnungsgemäß gekündigt wird und alle Verpflichtungen der Mieter:in erfüllt sind. In einigen Fällen kann die Bürgschaft jedoch auch nach Vertragsende fortbestehen, wenn beispielsweise noch ausstehende Forderungen bestehen.

Bürgschaftserklärungen zu Wohnungsmietverträgen sind gemäß § 33 TP 7 Abs 2 Z 3 GebG von der Rechtsgeschäftsgebühr befreit.


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