Rückforderungsansprüche

Rechtsstand: Oktober 2026 (Österreich)

Dass der Provisionsanspruch der Makler:in bei einer Verletzung der wesentlichen Pflichten aus dem Makler:innenvertrag gemindert werden kann, wird im Beitrag „Verlust / Minderung der Provision“ bereits behandelt.
Sollte sich erst im Nachhinein herausstellen, dass die Voraussetzungen der Provisionsminderung nach § 3 Abs 4 MaklerG (Verletzung wesentlicher Pflichten, insbesondere der redlichen und sorgfältigen Interessenwahrung oder der Nachrichtenpflicht, § 3 Abs 1 und 3 MaklerG) vorliegen, besteht für die Auftraggeber:in die Möglichkeit, die Provision bzw. einen Teil der Provision zurückzufordern. Eine Mäßigung des Provisionsanspruchs nach § 3 Abs 4 MaklerG hat nur dann zu erfolgen, wenn die Verdienstlichkeit der Makler:in durch diesen Pflichtverstoß geringer als ohne diesen einzustufen ist.

Wesentlich ist dabei, dass die Makler:in eine Pflichtverletzung begangen hat, die sie bereits im Zuge ihrer Vermittlungstätigkeit gesetzt hat. Wird der Makler:in hingegen vorgeworfen, nachwirkende Vertragspflichten (§ 7 ImmobilienmaklerVO) verletzt zu haben, wirkt sich dies nicht auf den Provisionsanspruch aus; allfällige Schadenersatzansprüche bleiben davon unberührt (siehe im Detail 8 Ob 82/21y).


Tipp für Makler:innen:
Verlangt Ihre Auftraggeber:in die Provision ganz oder teilweise zurück, kommt es darauf an, ob und wann eine Pflichtverletzung vorliegt und wie sie sich auf Ihre Verdienstlichkeit ausgewirkt hat. Die Kanzlei am Kai berät Makler:innen bei Rückforderungs- und Minderungsbegehren und vertritt sie im Provisionsstreit.
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