Rückabwicklung Kaufvertrag oder Mietvertrag – Entfall der Provision?
Rechtsstand: Oktober 2026 (Österreich)
Nach erfolgreicher Vermittlung hat die Makler:in Anspruch auf Zahlung der Provision. Was passiert jedoch, wenn das vermittelte Geschäft rückabgewickelt wird?
Diesen Fall regelt § 7 Abs 2 MaklerG.
Erste Voraussetzung ist, dass das vermittelte Geschäft (vorerst) zustande gekommen ist.
Entfall des Provisionsanspruchs
Der „entstandene“ Provisionsanspruch entfällt, wenn und soweit feststeht, dass der Vertrag zwischen der dritten Person und der Auftraggeber:in aus Gründen nicht ausgeführt wird, die nicht von der Auftraggeber:in zu vertreten sind (§ 7 Abs 2 MaklerG). Das Gesetz fragt also danach, aus wessen Sphäre die Gründe stammen, aus denen das Geschäft nicht ausgeführt wird. Vier Sphären sind dabei zu beachten:
- jene der Auftraggeber:in,
- jene der Makler:in,
- jene der dritten Person und
- schließlich die neutrale Sphäre.
Die Makler:in trägt grundsätzlich das Risiko für die drei letztgenannten Sphären. Nur wenn das Geschäft aus Gründen, die der Auftraggeber:in zuzuordnen sind, unterbleibt, behält die Makler:in ihren Provisionsanspruch auch ohne vermitteltes Geschäft (Abgehen vom ansonst dem Maklergesetz immanenten Erfolgsprinzip).
Tipp für Makler:innen:
Ob und in welcher Höhe eine Provision zusteht, ist einer der häufigsten Streitpunkte im Maklergeschäft. Die Kanzlei am Kai prüft Provisionsansprüche, setzt sie außergerichtlich und gerichtlich durch und vertritt Makler:innen gegen Rückforderungen.
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