Laesio enormis und Irrtum

Rechtsstand: Oktober 2026 (Österreich)

Der Ausschluss der Anfechtung wegen laesio enormis oder aufgrund eines Irrtums ist häufiger Bestandteil von Kaufverträgen. Die laesio enormis berechtigt bei Unkenntnis des wahren (Verkehrs-)Werts des Kaufobjekts zur Anfechtung des Vertrages, nämlich dann, wenn die Leistung einer Vertragspartner:in bei Vertragsabschluss nicht einmal halb so viel wert ist wie die ihres Gegenübers. Ein Irrtum muss beachtlich und kausal sein.

Zusätzlich bedarf es auch noch eines Anfechtungsgrunds (Veranlassung, Offenbar-auffallen-Müssen, rechtzeitige Aufklärung). In beiden Fällen kommt der Vertrag zwar zustande, kann durch Anfechtung jedoch beseitigt werden.
Der vertragliche Ausschluss von laesio enormis und Irrtum zulasten einer Verbraucher:in ist unzulässig.


Tipp für Makler:innen:
Bei Kaufgeschäften entscheiden sorgfältig gestaltete Verträge und eine vollständige Aufklärung oft darüber, ob es später zu Anfechtungen, Gewährleistungs- oder Haftungsstreitigkeiten kommt. Die Kanzlei am Kai berät Makler:innen und ihre Auftraggeber:innen bei Liegenschaftstransaktionen und vertritt sie, wenn es zum Streit kommt.
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